Schwitzen statt Mittelalterparty
verfasst von Tim A. - 30.08.2006 um 21:41
von Anna Kondakova
Karate-Trainingslager in Einen
Während sich die Region zum mittelalterlichen Spektakel in Telgte rüstete, stand den großen und kleinen Kämpfern des Kamakura-Dojos vom TSV Handorf der Sinn mehr nach Fernost. Am vergangenen Wochenende trafen sich die Karateka zu ihrem alljährlichen Sommer-Trainingslager. Rund 40 Mitglieder des Vereins absolvierten die drei ausgiebigen und schweißtreibenden Trainingseinheiten in der Turnhalle der Grundschule Einen. Unter der Leitung vom Bundestrainer des Shotokan Karate International Deutschland, Reinhard Nawe Sensei (6.Dan), absolvierten die Kämpfer ein umfangreiches Trainingsprogramm, von den einfachsten Grundtechniken bis hin zu schwierigen Kombinationen.
Wie üblich begann das Training mit der Grundschule (Kihon). Dabei werden ohne Partner einzelne Stoß- und Blocktechniken mit den Armen und Beinen ausgeführt. Hier geht es darum die einzelnen Grundtechniken in den verschiedensten Reihenfolgen sauber zu beherrschen. Die erlernten Grundlagen setzen die Teilnehmer sodann beim Kumite (Zweikampf) um. Bei den kontrollierten Kihon Kumitearten „Gohon- und Sanbon Kumite“ werden die Kampftechniken unter Ansage mit einem Partner ausgeübt. Dabei kommt es in erster Linie auf die richtige Distanz und das richtige Timing an. Für die Novizen unter den Teilnehmer gab es nun die Möglichkeit, auch einmal mit den höher graduierten Schülern zu trainieren und Kampferfahrung zu sammeln. Auf dem Trainingsplan standen natürlich auch die sogenannten Katas. Hierbei geht es um den Kampf gegen den imaginären Gegner mit fest vorgeschriebenen Abfolgen von Angriffs- und Verteidigungstechniken.
Selbstverständlich darf bei der Ausführung der Kata nicht das Kime fehlen. Kime ist der Moment größter Anspannung beim Abschluss einer Karatetechnik, bei dem sich Kraft und Geist in perfekter Einheit auf den Zielpunkt – den Gegner richten müssen. In Verbindung mit einem möglichst lauten und entschlossen klingenden japanischen Kampfschrei Kiai sollen die Techniken so den Gegner verwirren und kampfunfähig machen. Kein Wunder also, dass viele anwesende Eltern ihre Sprösslinge so wild entschlossen und lautstark noch nie erlebt hatten.
Nach dem harten und disziplinierten Training freuten sich alle Teilnehmer auf den entspannten Teil des Sommercamps am Abend. Bei Grillwürstchen und gemütlichen Schwedenfeuer für Karatekämpfer und Gäste drehten sich die Gespräche natürlich um Karate, Japan und das Vereinsleben. Am Ende waren sich alle einig, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Die Teilnehmer üben Grundtechniken, die sie bei späteren Trainingskämpfen umsetzen.

Richtige Distanz und präzises Timing sind Grundvoraussetzungen für das Kumite (Kampf)

Das Training mit höher graduierten Mitgliedern hilft beim erlernen der Techniken.